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HPV-Impfung - Fragen und Antworten
Eine Impfung in der Arztpraxis habt ihr sicher so ziemlich alle schon mal bekommen. Aber in der Schule? Das ist doch eher ungewöhnlich. Dass auch an Schulen regelmäßig geimpft wird, diesen Vorschlag hat der Chef der Ständigen Impf-Kommission (STIKO) gemacht. Das ist eine Gruppe von Fachleuten, die empfiehlt, wer sich in Deutschland wogegen impfen lassen sollte. Die Idee des STIKO-Chefs: Kinder zwischen neun und 14 Jahren sollten in der Schule gegen HPV geimpft werden.
HPV ist die Abkürzung für humane Papillomviren. Zu dieser Gruppe Viren gehören viele verschiedene Typen und die sind unterschiedlich gefährlich für Menschen. Ein kleiner Teil davon kann zum Beispiel über längere Zeit zu Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs führen. Die Impfung soll dafür sorgen, dass das Immunsystem die gefährlichen Viren schnell abwehren kann. Viele Fachleute sagen, dass so das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinken soll.
HP-Viren werden meist durch sehr nahen Körperkontakt übertragen – also zum Beispiel, wenn man sich intensiv küsst oder Sex hat. Damit die Impfung besonders wirksam ist, wird sie für alle Kinder empfohlen, noch bevor diese zum ersten Mal Sex haben – am besten im Alter zwischen neun und 14 Jahren. Auch für andere kann die Impfung Sinn machen. Das sollte man mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.
Experten und Expertinnen gehen im Moment davon aus, dass die HPV-Impfung eine sehr sichere Impfung ist. Nebenwirkungen wie Schwellungen, Rötungen, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Schwindel kann es geben. Experten und Expertinnen sagen, schwere Nebenwirkungen oder lange andauernde Erkrankungen durch die Impfung wurden bisher nicht nachgewiesen. Impfstoffe werden in Deutschland und auch weltweit regelmäßig auf ihre Sicherheit überprüft.
Eure Eltern können frei entscheiden, ob sie euch impfen lassen oder nicht. Ein Arzt oder eine Ärztin können dazu beraten und Fragen beantworten.
Es gibt Fachleute, die unter anderem befürchten, dass sich Mädchen und Frauen durch die Impfung so sicher und geschützt fühlen, dass sie sich nicht mehr so regelmäßig bei einem Frauenarzt oder einer -ärztin untersuchen lassen. Dadurch könnten Erkrankungen unbemerkt bleiben. Außerdem merken sie an, dass noch nicht bekannt ist, wie lange der Schutz der Impfung anhält.
Auch was das Impfen an Schulen angeht, gibt es Kritik. Wichtig sei es, dass Eltern und Kinder gut über die Impfung informiert werden - und am besten könnten das die eigenen Kinderärzte, sagen Kritiker und Kritikerinnen.
Diesen Text hat Katrin geschrieben.