logo! - die Kindernachrichten des ZDF
Politik in Deutschland:Kritik an der AfD - Darum geht es
Die AfD ist eine Partei in Deutschland. Sie hat viele Unterstützerinnen und Unterstützer, aber auch viele Kritikerinnen und Kritiker. Deshalb wird oft über die Partei diskutiert.
Die Kritik an der AfD hat auch mit unserer Demokratie zu tun.
27.08.2026 | 1:27 minDiese Punkte sorgen für Kritik an der AfD
Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler bezeichnen die AfD immer wieder als rechtspopulistische Partei. Damit meinen sie unter anderem, dass manche AfD-Politiker Probleme stark vereinfachen oder zuspitzen. Außerdem würden sie häufig den Eindruck vermitteln, dass sie die Sorgen und Interessen der Menschen besser verstehen als andere Parteien.
Immer wieder wird einzelnen AfD-Politikern und -Politikerinnen vorgeworfen, politische Diskussionen unnötig zu verschärfen oder Menschen herabzuwürdigen. Die AfD weist solche Vorwürfe in der Regel zurück. Es gab einzelne Gerichtsverfahren gegen AfD-Politiker wegen bestimmter Aussagen. Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke wurde zum Beispiel verurteilt, weil er einen verbotenen Spruch der Nationalsozialisten verwendet hatte.
Die meisten Klimaexperten und - expertinnen weltweit sind sich einig: Der Mensch verursacht den aktuellen Klimawandel. Die AfD bezweifelt das und lehnt viele Klimaschutzmaßnahmen ab. Kritikerinnen und Kritiker sagen, dass die Partei damit infrage stellt, worüber sich die meisten Forschenden einig sind.
Oft geht es um Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland eingewandert sind. Kritikerinnen und Kritiker werfen manchen AfD-Politikerinnen und -Politikern vor, über diese Menschen abwertend zu sprechen oder sie als Gruppe negativ darzustellen. Die AfD sieht das anders. Sie sagt, ihre Kritik richte sich vor allem gegen die Einwanderungspolitik und gegen unerlaubte Einwanderung.
Außerdem befürchten Kritiker und Kritikerinnen, dass einige AfD-Politiker und Politikerinnen Deutsche mit Einwanderungsgeschichte nicht immer als gleichwertigen Teil der Gesellschaft betrachten. Das passe nicht zu wichtigen Regeln des Grundgesetzes, zum Beispiel, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Die AfD sagt, sie unterscheide nicht zwischen Deutschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Deutsche mit Einwanderungsgeschichte, die sich an die Gesetze in Deutschland hielten, seien willkommen.
Auch Aussagen über die Religion Islam sorgen immer wieder für Diskussionen. Im Parteiprogramm der AfD steht: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Kritiker und Kritikerinnen sehen darin eine Ausgrenzung von Musliminnen und Muslimen. Die AfD weist diesen Vorwurf zurück und sagt, ihre Kritik richte sich nicht gegen Musliminnen und Muslime als Menschen, sondern gegen bestimmte Formen des Islams, die gegen die Demokratie seien.
Einige Verfassungsschutzbehörden der Bundesländer stufen Teile der AfD als rechtsextrem ein. Dazu gehören die AfD in den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Die Verfassungsschutzbehörden sehen Hinweise darauf, dass sich die Partei dort gegen die Demokratie und die Menschenwürde richtet. Die Partei bestreitet diese Vorwürfe. Deshalb hat sie auch Gerichte eingeschaltet, um gegen Einschätzungen oder Aussagen der Verfassungsschutzbehörden vorzugehen.
Die Partei verbieten?
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob die AfD verboten werden sollte. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche befürchten, dass der Versuch die AfD zu verbieten, die Partei am Ende sogar stärken könnte. Andere sind der Meinung, dass die AfD gegen Regeln des Grundgesetzes verstößt und deshalb verboten werden sollte.
Eine Partei zu verbieten, ist oft sehr kompliziert und dauert lange. Auch Fachleute sind sich nicht einig, wie es ausgehen würde.
Gegen Veranstaltungen der AfD gibt es immer wieder Demonstrationen - wie hier im Juni in Bayern. Dabei wird manchmal auch gefordert, die AfD zu verbieten.
Quelle: dpa/Armin WeigelViele Menschen wählen die AfD
Trotz der Diskussionen wird die AfD von vielen Menschen gewählt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einige unterstützen bestimmte Ziele und Positionen der Partei, etwa zur Einwanderung, zur EU oder zur Energiepolitik. Andere sind mit der aktuellen Politik unzufrieden oder fühlen sich von anderen Parteien nicht vertreten. Sie hoffen, dass die AfD etwas verändern kann.
In Mecklenburg-Vorpommern fanden am 20. September die Landtagswahl statt. Dabei hat die Partei AfD die meisten Stimmen bekommen. Dass sie regieren wird, ist nicht sehr wahrscheinlich, weil sie dafür andere Parteien als Partner braucht. Und die meisten anderen lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Themen, die die AfD in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem angehen will: Sozialkunde erst ab Klasse 8 statt 7, weniger politische Bildung in der Schule und dafür mehr Mathe und Naturwissenschaften, weniger Windenergie und dafür wieder Energie aus Atomkraft, die Einsparung eines Ministeriums und eine extra Grenzpolizei für das Bundesland.
Der AfD-Politiker Leif-Erik Holm ist bei der Wahl als Ministerpräsidentenkandidat angetreten. Er ist seit mehr als zehn Jahren in der Partei AfD. Seit 2017 ist er Bundestagsabgeordneter.
Der Verfassungsschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD dort bislang nicht als gesichert rechtsextrem eingestuft. Andere Parteien haben die AfD als Gefahr für die Demokratie und diese Einstufung gefordert. AfD-Politiker lehnen diese Einschätzung ab.
Bei der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt hat die AfD die meisten Stimmen bekommen. Wenn sie an die Macht kommt, will die Partei einiges verändern. Zum Beispiel ist sie gegen die heutige Schulpflicht, will die Inklusion an Schulen beenden und stattdessen Förderschulen ausbauen, Führerscheine besonders fördern und es soll weniger Ministerien geben.
Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund trat bei der Wahl als Spitzenkandidat an. Das bedeutet, er würde gerne der neue Ministerpräsident des Bundeslandes werden. In den sozialen Medien erreicht Ulrich Siegmund viele Menschen und gehört dort zu den bekanntesten AfD-Politikern.
Der Verfassungsschutz des Landes Sachsen-Anhalt stuft die Partei dort als rechtsextremistische Bestrebung ein. Die AfD weist diese Einschätzung zurück. Politikwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen sagen, die AfD in Sachsen-Anhalt hätte zum Teil extremere Ideen und Einstellungen als die AfD für Deutschland. Kritiker und Kritikerinnen der Partei fürchten, dass sie die Grundrechte und Demokratie im Bundesland Sachsen-Anhalt schwächen könnte.
logo!:Mit der AfD zusammenarbeiten?
Video1:38logo!:Warum Politik was mit euch zu tun hat
Video1:33