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Die Palästinensischen Gebiete
Deutsche leben in Deutschland, Italiener in Italien, Schweizer in der Schweiz: Für die meisten Menschen ist es ganz normal, in einem eigenen Staat leben zu können. Für Palästinenser nicht. Viele Palästinenser und Palästinenserinnen leben in den sogenannten Palästinensischen Gebieten: Das sind der Gazastreifen und das Westjordanland, das auch Westbank genannt wird. Nach den Regeln des Völkerrechts gehört auch Ostjerusalem dazu. Ein eigener Staat wie zum Beispiel Deutschland sind die Gebiete nicht.
Hier seht ihr, wo die Palästinensischen Gebiete liegen.
Quelle: ZDFDie allermeisten Menschen, die im Gazastreifen und im Westjordanland leben, sind Muslime, gehören also der Religion Islam an. Dass die Palästinenser keinen eigenen Staat haben, hat mit der Geschichte Israels zu tun.
Wie es zur Besetzung durch Israel kam
Um den Gazastreifen, das Westjordanland und Jerusalem gab es zwischen Palästinensern und Israelis immer wieder heftige Kämpfe. So auch im Jahr 1967. Da fühlte Israel sich durch Konflikte mit Nachbarstaaten bedroht und fürchtete, von diesen angegriffen zu werden. Um einem Angriff zuvorzukommen, fing Israel selbst einen Krieg an. Dabei besetzten israelische Soldaten das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem.
So ist die Lage in den palästinensischen Gebieten
Vor einigen Jahren haben sich israelische Soldaten aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Doch Israel kontrolliert weiterhin die meisten Grenzen, den Luftraum und den Zugang zum Meer. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 kämpft Israel gegen die Hamas im Gazastreifen. Die Hamas ist eine radikale Gruppe, die im Gazastreifen das Sagen hat und in vielen Ländern als Terrorgruppe gilt. Bei den Angriffen sind bereits viele Menschen getötet worden, die nichts mit der Hamas zu tun haben. Große Teile des Gazastreifen sind zerstört.
Das Westjordanland noch immer von Israelis besetzt. Ostjerusalem hat Israel sogar zu seinem Gebiet erklärt. Das verstößt allerdings gegen das Völkerrecht und wird von anderen Ländern so nicht anerkannt. Ein großer Streitpunkt sind auch israelische Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem. Die israelischen Siedler bauen dort Häuser und Dörfer, obwohl viele Länder sagen: Das ist nicht erlaubt. Immer wieder kommt es zu Streit und Gewalt.
Israelische Soldaten stehen Wache und überprüfen die Einreise nach Ost-Jerusalem.
Quelle: dpa/Mahmoud IlleanWas die Zwei-Staaten-Lösung ist
Viele Palästinenser und Palästinenserinnen wollen, dass die Gebiete des Westjordanlandes, Jerusalems und des Gazastreifens zusammen ein eigener Staat werden. Dann würde die Region in zwei Staaten aufgeteilt werden: in Israel und einen Palästinensischen Staat. Deshalb wird oft auch von der Zwei-Staaten-Lösung gesprochen.
So sieht die palästinensische Flagge aus.
Quelle: Chris Melzer/dpaTatsächlich wurde 1988 von palästinensischen Politikern der Staat Palästina ausgerufen. Dieser wurde seitdem von den meisten Ländern weltweit anerkannt - Deutschland und die USA sind nicht darunter. Ein vollwertiges Mitglied der Vereinten Nationen, also dem Zusammenschluss fast aller Länder, ist der Staat nicht. Ob es einen Staat Palästina gibt, ist also umstritten.
Bisher haben einige Politiker und Politikerinnen aus der ganzen Welt den Plan einer Zwei-Staaten-Lösung unterstützt. Sie hatten die Hoffnung, dass Israelis und Palästinenser irgendwann friedlich als Nachbarn zusammenleben können.