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Kinderrechte:Das solltet ihr über die Kinderrechte wissen
Kinder haben Rechte - und die stehen sogar in einem Vertrag. Der wurde vor mehr als 35 Jahren von vielen Ländern unterschrieben. Erfahrt hier, ob Deutschland auch dabei ist.
Die wichtigsten Infos zu den Kinderrechten
- Die Rechte der Kinder stehen in der Kinderrechtskonvention.
- Das ist ein Vertrag, den viele Staaten am 20. November 1989 miteinander geschlossen haben.
- Einen Vertrag zwischen mehr als zwei Staaten nennt man Konvention. Das bedeutet Übereinkunft oder auch Vereinbarung.
- Die Kinderrechtskonvention ist extra für Kinder gemacht und gibt ihnen die wichtigsten Rechte.
Eure wichtigsten Rechte - einfach erklärt.
20.11.2025 | 1:24 minWo die Kinderrechtskonvention gilt
Die Staaten haben sich mit ihrer Unterschrift verpflichtet, dass niemand in ihren Ländern gegen die Kinderrechte verstößt. In Deutschland gilt die Kinderrechtskonvention seit dem 5. April 1992. Inzwischen haben 196 Staaten der Kinderrechtskonvention zugestimmt. Das sind alle Staaten der Erde, bis auf die USA. Das heißt nicht, dass Kinder in den USA gar keine Rechte haben. Manche Politikerinnen und Politiker sind aber nicht mit allen Punkten in dem Vertrag einverstanden. Deshalb gilt er dort bisher nicht.
Zehn wichtige Kinderrechte
Insgesamt besteht die Kinderrechtskonvention aus 54 Artikeln. In 41 davon geht es konkret um die Rechte der Kinder. In der Bildergalerie könnt ihr euch zehn Beispiele für Kinderrechte anschauen. Und wenn ihr euch durch noch mehr eurer Rechte durchklicken wollt, schaut mal ganz unten.
Zehn Kinderrechte
... zum Merken und Weitersagen. Klickt euch durch die Bildergalerie und erfahrt, welche Rechte ihr habt!
Wird genug für die Kinderrechte getan?
Insgesamt geht es Kindern weltweit inzwischen zwar etwas besser als im Jahr 1989, sagt das Kinderhilfswerk UNICEF. Sie leben zum Beispiel gesünder oder können öfter zur Schule gehen. Trotzdem muss noch mehr getan werden, fordert UNICEF. Denn es gibt neue Gefahren für Kinder heute - etwa Cybermobbing oder den Klimawandel, unter dem Kinder besonders stark zu leiden haben.
Die Kinderrechte der Vereinten Nationen
Die Kinderrechte gelten für alle Kinder unter 18 Jahren.
Die Kinderrechte gelten für alle Kinder. Es ist ganz egal, wo Kinder leben, woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben, was ihre Eltern machen, welche Sprache sie sprechen, welche Religion sie haben, ob sie reich oder arm sind oder ob sie ein Mädchen oder ein Junge sind. Jedes Kind muss gut behandelt und beschützt werden.
Viele Dinge können Kinder noch nicht allein entscheiden. Wenn Erwachsene Entscheidungen für Kinder treffen, müssen sie immer darauf achten, dass es den Kindern damit gut geht. Dabei können die Erwachsenen Eltern, Richter oder Personen sein, die sich um Kinder in Vereinen oder in der Schule kümmern. Sie müssen auf Kinder aufpassen und sich dabei an Regeln und Gesetze halten.
Der Staat muss alles dafür tun, dass die Rechte der Kinder in dem Land eingehalten werden. Die Politiker und Politikerinnen des Landes müssen sich auch überlegen, wie sie neue Gesetze machen können, die dafür sorgen, dass es den Kindern in dem Land noch besser geht. Und bei allen Entscheidungen, die sie treffen, müssen sie immer auch an die Folgen für Kinder denken.
Eltern müssen darauf aufpassen, dass die Rechte der Kinder immer eingehalten werden. Sie müssen auch dafür sorgen, dass Kinder ihre Rechte kennen, damit den Kindern selbst auch auffällt, wenn jemand dagegen verstößt.
Kinder haben das Recht zu leben und sich eigenständig zu entwickeln, wie sie möchten. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie das Recht haben, gesund aufzuwachsen und viel zu lernen, damit sie selbst entscheiden können, in welche Richtung sie sich entwickeln möchten.
Kinder haben das Recht auf eine Geburtsurkunde, auf eine Staatsangehörigkeit und auch das Recht, ihre Eltern zu kennen. Sie haben also das Recht, zu einem Land und zu einer Familie zu gehören.
Kinder haben das Recht auf eine Identität, das heißt, auf einen Namen, eine Nationalität und eine Familie. Niemand darf Kindern ihre Namen wegnehmen oder ihnen sagen, dass sie nicht mehr zu ihrem Land gehören. Falls Teile der Identität eines Kindes unbekannt sind, muss der Staat helfen, dass die Identität geklärt wird und das Kind weiß, woher es kommt und wer es ist.
Kinder haben das Recht, mit ihren Eltern zusammenzuleben - es sei denn, es ist nicht gut für sie. Wenn Kinder aus irgendeinem Grund getrennt von beiden Eltern oder einem Elternteil leben, haben Kinder das Recht, regelmäßig mit ihnen zu sprechen oder sie zu treffen, außer es würde sie gefährden.
Wenn Kinder und Eltern in unterschiedlichen Ländern leben, muss der Staat diesen Familien helfen, dass sie in einem Land zusammenleben dürfen. Kinder haben das Recht, ihre Eltern zu sehen, auch wenn sie getrennt voneinander leben. Manchmal, wenn ein Kind zum Beispiel geflüchtet ist, leben die Eltern noch in dem Herkunftsland. Wenn Kinder nicht mit ihren Eltern im gleichen Land zusammenwohnen, dann dürfen Kinder einen Antrag stellen, dass sie im gleichen Land leben dürfen.
Niemand darf Kinder im Ausland festhalten, wenn sie das nicht möchten. Es ist die Aufgabe des Heimatlandes, Kinder davor zu schützen.
Kinder haben das Recht, eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu sagen. Wenn Kinder ein Thema direkt betrifft, dann müssen Erwachsene ihnen zuhören. Sie müssen die Gedanken der Kinder ernst nehmen und akzeptieren. Auch vor Gericht ist die Meinung von Kindern, wenn es um ihre Themen geht, gefragt.
Die Gedanken und Gefühle von Kindern gehören ihnen selbst. Es ist ihr Recht, der Welt davon zu erzählen. Kinder können anderen von ihren Gedanken erzählen, sie können sie in einem Bild oder einem Lied mitteilen. Wichtig ist nur, dass Kinder dabei keinen anderen Menschen kränken oder verletzen. Kinder dürfen auch nichts Unwahres über eine andere Person sagen.
Kinder haben das Recht, eine eigene Meinung zu haben und selbst zu entscheiden, ob sie an einen Gott glauben oder nicht. Eltern können ihren Kindern von ihrem Glauben erzählen, sie müssen aber auch akzeptieren, wenn ihre Kinder nicht das Gleiche glauben wie sie. Kinder dürfen selbst entscheiden, wie sie ihre Religion ausleben möchten, zum Beispiel wie sie beten. Sie können selbst entscheiden, was sie gut und was sie schlecht finden.
Wenn Kindern ein Thema wichtig ist und sie sich dafür einsetzen möchten, haben sie das Recht, sich als Gruppe zu treffen und sich gemeinsam für ihre Interessen einzusetzen. Dabei müssen sie allerdings friedlich sein und darauf achten, niemanden zu verletzen und keine Gegenstände kaputt zu machen. Niemand darf es Kindern verbieten, sich in einer solchen Gruppe zu treffen.
Jeder Mensch hat das Recht auf Geheimnisse. Niemand darf die Sachen von Kindern einfach durchsuchen, ihre Briefe lesen oder Kinder bloßstellen. Auch Eltern dürfen die Sachen ihrer Kinder nur dann ohne ihre Erlaubnis anschauen, wenn sie sich sicher sind, dass sie sie damit schützen.
Kinder haben das Recht, Informationen zu bekommen, die ihnen helfen zu verstehen, was in der Welt vor sich geht. Eltern sollen darauf achten, dass Kinder nur Informationen erhalten, die ihnen nicht schaden. Sie müssen Kindern auch helfen, wenn sie nicht genau wissen, wo sie die Informationen herbekommen, die sie haben möchten. Mit diesen Informationen sollen Kinder lernen, selbst Entscheidungen für sich treffen zu können.
Kinder haben das Recht, dass sich beide Elternteile um sie kümmern. Bei allem, was Eltern tun, müssen sie dafür sorgen, dass es ihren Kindern gutgeht. Der Staat hilft Eltern dabei, indem er zum Beispiel Kindergärten und Ähnliches für Kinder bereitstellt.
Kinder haben das Recht auf Schutz, damit ihre seelische und körperliche Gesundheit erhalten wird. Deswegen darf niemand Kinder verletzen, weder mit Worten noch mit Taten. Niemand darf Kinder zwingen etwas zu tun, was sie nicht möchten.
Wenn Kinder ohne ihre Eltern leben müssen, bekommen sie vom Staat noch einen besonderen Schutz. Sie leben entweder in einer anderen Familie oder in einem Heim mit anderen Kindern und Erwachsenen zusammen, die sich um sie kümmern. Der Staat kümmert sich darum, dass es Kindern dort gut geht und sie sich wohlfühlen.
Wenn die Eltern und die Adoptiveltern zustimmen, dann kann ein Kind adoptiert werden. Wenn man adoptiert wird, ist man genau gleich gestellt wie ein eigenes Kind. Kinder dürfen aber nur adoptiert werden, wenn der Staat sich sicher ist, dass es am besten für die Kinder ist.
Kinder, die geflüchtet sind, haben einen besonderen Schutz und bekommen besonders viel Hilfe. Der Staat muss ihnen helfen, mit ihren Eltern zusammenzuleben. Falls das nicht geht, wohnen sie in einer Pflegefamilie und haben die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder in dem Land auch.
Wenn Kinder eine Behinderung haben, also zum Beispiel nicht so gut laufen können oder Probleme beim Lernen haben, dann muss der Staat sie besonders unterstützen, damit sie trotzdem die gleichen Rechte wie andere Kinder haben. Sie sollen alles bekommen, was sie dafür brauchen, um später ein Leben zu führen wie sie es sich wünschen: mit einem Beruf, der ihnen Spaß macht und vielen Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen.
Zu einem guten Leben gehört natürlich auch die Gesundheit. Dazu zählt eine medizinische Behandlung, sauberes Trinkwasser, gesundes Essen, eine saubere und sichere Umgebung, Schutz vor schädlichen Bräuchen und das Recht zu lernen, wie man gesund lebt. Auch wenn Kinder sich nicht gut fühlen oder unglücklich sind, haben sie die Möglichkeit, mit jemandem darüber zu sprechen, der ihnen hilft.
Wenn Kinder in einem Pflegeheim leben oder in einer Pflegefamilie, haben sie das Recht, dass es ihnen dort gut geht. Kinder sollen nicht zu lange von ihren Eltern getrennt sein. Deswegen soll immer wieder überprüft werden, ob sie wieder zu ihren Eltern zurückkehren können.
Kinder haben das Recht, von den Sozialsystemen ihres Landes Hilfe zu bekommen. Dazu zählt zum Beispiel eine Krankenversicherung, die ihnen die Medikamente bezahlt, wenn sie krank sind oder eine Unfallversicherung, die ihnen hilft, wenn sie einen Unfall hatten. In Deutschland bekommen alle Eltern vom Staat für ihre Kinder Geld.
Kinder haben das Recht, sich gut zu entwickeln. Es ist die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen. Wenn sie sich das nicht leisten können - vor allem Nahrung, Kleidung und eine Wohnung - muss der Staat es den Kindern ermöglichen.
Jedes Kind hat das Recht auf eine gute Schulbildung und muss dabei die gleichen Chancen bekommen. Die Schulbildung ist deswegen kostenlos. Die Lehrer sollen einen guten Unterricht machen, der Kinder auf das Leben vorbereitet. Falls Kinder Probleme in der Schule haben, müssen Lehrer und Eltern mit dem Kind gemeinsam eine Lösung finden. Es gibt viele verschiedene Schulabschlüsse, zum Beispiel den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss oder das Abitur. Jedes Kind soll den bestmöglichen Schulabschluss machen dürfen, welchen es schaffen kann.
Bildung soll helfen, alle Talente und Fähigkeiten von Kindern zu entwickeln. Kinder sollen selbst herausfinden, was sie gut können und was ihnen Spaß macht. Sie soll Kinder außerdem darauf vorbereiten, in Frieden zu leben, die Umwelt zu schützen und andere Menschen und ihre Rechte zu respektieren, auch wenn sie anderen Kulturen oder Religionen angehören. Dafür sollen sie die Menschen- und Kinderrechte kennenlernen und sich daran halten.
Jedes Kind hat das Recht, eine eigene Kultur, Sprache und Religion zu haben, egal, ob das alle Menschen in seinem Land so tun oder nicht. Es werden ganz besonders diejenigen Menschen geschützt, die nur einer kleinen Gruppe angehören. Kinder haben das Recht, ihre kulturellen Feste zu feiern und ihre eigene Sprache zu sprechen.
Kinder haben das Recht, ihre Freizeit so zu gestalten wie sie das möchten. SIe haben das Recht zu spielen, sich zu erholen, Musik zu machen oder zu zeichnen. Sie dürfen nicht so viele Hausaufgaben bekommen, dass sie gar keine Zeit mehr für sich haben.
Der Staat muss Altersgrenzen für die Arbeit von Kindern festlegen. Das heißt, dass es Gesetze dazu geben muss, ab wann Kinder arbeiten dürfen, was für Arbeit das sein darf und wie viele Stunden sie insgesamt arbeiten dürfen. Kinder sollen vor Arbeit geschützt werden, die schlecht für ihre Gesundheit ist oder sie ausbeutet. Wenn Kinder erlaubte Arbeit leisten, haben sie das Recht auf eine Bezahlung.
Kinder haben das Recht, vor Drogen und Drogenhandel geschützt zu werden. Denn Drogen sind gefährlich und können sie schädigen. Kindern muss von ihren Eltern, der Schule und dem Staat beigebracht werden, was Drogen sind und wie sie sich vor ihnen schützen können.
Kinder müssen vor sexuellem Missbrauch geschützt werden. Das heißt, dass niemand Kinder anfassen darf, wenn sie das nicht möchten. Niemand darf Fotos oder Videos von Kindern machen, wenn sie nackt sind.
Die Staaten der Welt müssen alle Kinder davor schützen, entführt oder verkauft zu werden. Kinder werden zum Beispiel verkauft, um jemanden zu heiraten, mit jemandem Geschlechtsverkehr zu haben oder für jemanden zu arbeiten. Der Staat muss alles tun, um das zu verhindern.
Kinder haben das Recht auf Schutz vor jeder Art von Ausbeutung. Das heißt, niemand darf Geld mit Kindern verdienen.
Es gibt Gesetze, an die sich auch schon Kinder halten müssen. Wenn sie sich nicht daran halten, dürfen sie bestraft werden. Niemand darf Kinder dabei aber auf grausame oder unmenschliche Weise bestrafen. Die Todesstrafe für Kinder darf es nirgendwo geben. Nur in seltenen Ausnahmefällen dürfen strafmündige Kinder ins Gefängnis gesperrt werden. Wenn das geschieht, müssen sie kindgerecht behandelt werden und sofort mit einem Anwalt und ihren Eltern sprechen dürfen.
Auch im Krieg müssen Kinder besonders geschützt werden. Ein zusätzlicher Vertrag bestimmt, dass kein Kind im Krieg kämpfen darf.
Kinder haben das Recht auf Hilfe, wenn sie misshandelt, vernachlässigt oder ausgebeutet worden sind. Der Staat muss helfen, damit sie wieder glücklich leben können. Dabei helfen Ärztinnen und Ärzte, Psychologen und Psychologinnen, Lehrer und Lehrerinnen und andere Vertrauenspersonen.
Kinder haben das Recht auf Hilfe vor Gericht. Sie dürfen nur vor ein Gericht kommen, wenn sie selbst etwas Verbotenes getan haben oder alt genug dafür sind. Kinder müssen fair vor Gericht behandelt werden. Der Staat soll eigene Jugendgerichte einrichten und verschiedene Möglichkeiten anbieten, um Jugendlichen, die gegen Gesetze verstoßen haben, einen Weg zu einem normalen Leben zu ermöglichen. Wenn Kinder vor Gericht sind, müssen andere Menschen, die nichts damit zu tun haben, weitestgehend von den Verhandlungen ausgeschlossen werden.
Kinder haben das Recht auf die bestmöglichen Kinderrechte. Falls die Gesetze eines Landes die Rechte von Kindern besser schützen als die Kinderrechtskonvention, sollen die Gesetze dieses Landes weiter gelten.
Der Staat soll dafür sorgen, dass alle Kinder und Erwachsenen die Kinderrechte kennen. So können sich Kinder für ihre Rechte einsetzen und die Erwachsenen können helfen, ihre Rechte zu schützen.
Ein Ausschuss - also eine Gruppe - der Vereinten Nationen überprüft, ob die Länder die Kinderrechte einhalten.
Die Länder müssen genau erklären, was sie alles für die Kinder in ihrem Land tun, wo es gut läuft und wo es noch Probleme gibt. Es soll überlegt werden, was man tun kann, um die Rechte von Kindern jeden Tag weiter zu fördern.