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Darknet, Deep Web, Clear Web:Was das Internet eigentlich ist
Mit dem Internet ist es ein bisschen wie mit den Ozeanen. Bestimmt habt ihr schonmal davon gehört, dass nur ein kleiner Teil des Meeresbodens erforscht ist. Ein bisschen ist es auch so mit dem Internet - nur für einen kleinen Teil gibt es eine Art "Landkarte". Der Rest: unbekannt, zumindest für den normalen Internetnutzer. Okay, ihr denkt jetzt wahrscheinlich "Wieso, ich kann doch alles googeln?" Nee, eben nicht!
Auf den drei Ebenen des Internets sind die Dinge unterschiedlich gut versteckt.
Quelle: imago/panthermediaDie drei Ebenen des Internets
Das Internet besteht aus quasi drei Ebenen - man nennt sie Clear Web, Deep Web und Darknet. Sie unterscheiden sich vor allem darin voneinander, wie leicht man dort etwas finden kann. Okay, wir tauchen ab ins Internet-Wissen! Noch eins haben das Meer und das Internet übrigens gemeinsam: Je tiefer man eintaucht, desto dunkler und gefährlicher wird es ...
Fangen wir in seichtem Gewässer an: dem Clear Web. Das ist das Internet, wie ihr es kennt: frei zugängliche und kostenlose Webseiten, die man über Suchmaschinen finden kann.
Außerdem ist das Clear Web unverschlüsselt. Alle können diese Webseiten besuchen, sie brauchen kein Passwort. Im Clear Web kann man also alle Seiten finden und einfach draufklicken. Hier können wir zum Beispiel logo!-Artikel lesen, shoppen, Videos schauen. Dieser Teil des Internet ist allerdings der kleinste!
Der größte Teil des Internets - ungefähr 90 Prozent - ist das Deep Web. Hier können die Webseiten nicht über Suchmaschinen gefunden werden. Und sie sind verschlüsselt, man braucht also ein Passwort, um sie zu besuchen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Webseiten von Unternehmen oder Universitäten. Denn diese Daten sollen geschützt werden und es soll nicht jeder sehen können, woran eine Firma gerade arbeitet oder für welche Kurse sich jemand in der Uni anmeldet. Auch Online-Banking, also Bankgeschäfte im Internet, gehören zum Deep Web und auch Clouds: Das ist ein Speicherraum im Internet, in den man Daten ablegen kann. Zugänglich ist er aber nur, wenn man den Link jemandem direkt schickt oder das Passwort kennt. Ansonsten sind Clouds nicht auffindbar, also Deep Web.
Es gibt allerdings auch einige Überschneidungen von Clear Web und Deep Web - zum Beispiel Social Media. Da sind die Sachen zum Teil passwortgeschützt, also verschlüsselt. Vieles kann man sich auch ansehen, ohne sich einzuloggen. Außerdem sind viele Social-Media-Inhalte auch über Suchmaschinen auffindbar.
Eines haben Clear Web und Deep Web gemeinsam: Die Nutzerinnen und Nutzer hinterlassen auf jeder Webseite, die sie anklicken, ihre IP-Adresse. Das sind quasi Fußabdrücke im Internet: Jeder Internetanschluss hat eine solche digitale Adresse. So lässt sich immer zurückverfolgen, welcher Internetnutzer auf welche Seite geklickt hat.
Und jetzt kommen wir zum dunklen Teil des Internets, dem Darknet. Das Darknet ist eigentlich ein Teil des Deep Web - auch hier sind die Seiten nicht über Suchmaschinen auffindbar und sie sind verschlüsselt, also nicht für jeden zugänglich. Denn die Nutzer des Darknets wollen komplett anonym bleiben. Dazu verschlüsseln sie außerdem noch ihre IP-Adresse. Deshalb kann man Darknet-Webseiten nur aufrufen, wenn man ein Anonymisierungs-Programm nutzt, zum Beispiel das Netzwerk "Tor". Solche Programme verschleiern die Identität des Nutzers so, dass nur mit viel Aufwand nachverfolgbar ist, welche IP-Adresse sich dahinter verbirgt.
Ihr ahnt es schon: Das Darknet ist dadurch das Internet der Kriminellen. Zum Beispiel werden im Darknet Waffen, Drogen und Darstellungen von Kindesmissbrauch verkauft. Sogar Auftragsmorde und Menschenhandel werden im Darknet organisiert. Bezahlt wird mit Kryptowährung. Das Darknet selbst zu benutzen ist übrigens nicht verboten. Verbotene Inhalte anzusehen oder herunterzuladen natürlich schon.
Es sind auch nicht nur Verbrecher im Darknet. Zum Beispiel kann dieser anonyme Teil des Internets auch sehr nützlich für Menschen sein, die in einem Land mit einer Regierung leben, die sie unterdrückt. Sie können sich mit Hilfe des Darknets gegenseitig helfen, Protestaktionen planen oder wichtige Informationen an Journalisten geben, ohne dass sie erkannt und verfolgt werden.
Diesen Text hat Meike geschrieben.
Zuerst veröffentlicht am 30.11.2023.
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